Frühlings- und Winterplauderei

Osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden, belebenden Blick.
Im Tale grünet Hoffnungsglück.
Der alte Winter in seiner Schwäche
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dorther sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weisses.
Überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farbe beleben.
Doch an Blumen fehlts im Revier.
Sie nimmt geputzte Menschen dafür.

Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden.
Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus der Strassen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.

Sieh nur, sieh, wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluss in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges ferner Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel.
Hier ist des Volkes wahrer Himmel.
Zufrieden jauchzet gross und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!

Johann Wolfgang von Goethe, aus: Faust 1

Ja, so das schöne Gedicht von unserem Dichterfürsten
Nun beginnt der meteorologische Frühling, , am Donnerstag ist der 1. März. Und was sagt uns die Wetterlage? Man glaubt seinen Augen nicht zu trauen, schaut man frühmorgens auf das Thermometer. Minusgrade bis in den zweistelligen Bereich. Frostig ist es in Deutschland und fast in ganz Europa geworden, in Rom schneite es, und die Schulkinder bekamen Frei, so die Nachrichten. Bei uns, in Marienberg-Grünheide zum Beispiel sanken die Temperaturen in der vergangenen Nacht auf 22 Grad Minus. Und auf dem Brocken werden 28 Grad Minus erwartet. Da sich der Winter in unserer Region bisher zurückhielt, was ist schon der wenige Schnee am 1. und 2. Advent und zum Jahreswechsel gewesen, mochten wir uns nur allzu gern auf einen baldigen Frühling einstimmen. Vor einigen Tagen lugten in geschützten Gärten bereits die ersten zarten Triebe der Tulpen und Krokusse hervor, Die Gärtner scharrten förmlich mit den Spaten. Schaut man nach draußen und spürt, geschützt durchs Fenster, die Wärme der Sonne auf der Haut, könnte man der Frühlings-Illusion erliegen. Doch weit gefehlt – gegenwärtig regiert der Winter mit „harter Hand“. Im Norden kämpfen die Menschen gegen Schneestürme und Schnee. Deshalb die warmen Sachen wieder vorholen, „Zwiebellook“ ist angesagt. Heiße Dusche oder ein warmes Wohlfühl-Bad und leckerer Tee tun uns gut. Am besten wäre jedoch, könnte jeder von uns auf eine „lebendige Wärmflasche“ zurückgreifen. Das wäre schön. Aber da das nicht in jedem Fall möglich sein wird, melden Sie sich bitte, rufen Sie uns an, und es könnte warm werden………. Das ist meine Empfehlung.
Johanna
von Cosi-Escort Leipzig

 

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