Leipziger Allerlei

Der Herbst verwöhnt uns mit viel Sonne, schönes Wetter Tag für Tag.
Und da die „Wetter-Vorhersager“ ankündigen, dass recht bald dem nicht mehr so sein wird, hab ich kurz entschlossen umgeplant und versucht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden: Anstatt meine Besorgungen in der kommenden Woche zu erledigen, bin ich heute in die Stadt gefahren, Karstadt. Dass die 300 Beschäftigten des sehr schönen Kaufhauses ums Überleben kämpfen und die Leipziger und die Leipzig-Besucher ab 2019 auf Einkäufe in dem beliebten Kaufhaus werden verzichten müssen, ist ja seit einiger Zeit bekannt, leider. Überrascht war ich von dem Kunden-Gewusel. Zeitiger Nachmittag, kaum eine Verkäuferin zu sehen, und die Kunden wüteten regelrecht: in den Regalen, auf den Tischen und Ständern im 1. Stock in dem man sonst bei den vielen einzelnen Marken immer eine Verkäuferin vorfindet, die den Wünschen entsprechend Kleidungsstücke holt, empfiehlt und berät. Es sah es schlimm aus: Überall herausgezogene Sachen, durcheinander geworfen. Nichts und  von der gewohnten Übersichtlichkeit und Ordnung war mehr zu sehen. Ich kann mich irren, doch konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, den Besuchern mangelte es an Respekt. Ich wollte ganz schnell weg von dem unschönen Wühlen und Hasten. Doch da fiel mir mein eigentliches Anliegen ein – es waren neue Turnschuhe fällig. Schnell zum Fahrstuhl in die 4. Etage. Oh, hier war es deutlich ruhiger und entspannter. Ja, und eine hilfreiche Verkäuferin suchte mir auch noch die passende Jacke usw., so dass ich letztendlich ganz zufrieden zu meinem geplanten Stadtbummel starten konnte.
Leipzig lebt, es ist unterhaltsam, durch das Zentrum zu schlendern, die alten Gebäude und das Neuentstandene, das gut miteinander harmoniert, zu bestaunen, wieder einmal. Man kennt es, hat das Baugeschehen teilweise im Vorbeigehen in den letzten Jahren verfolgt. Doch in Ruhe betrachtet, ist der Gesamteindruck einfach schön. Wunderbar, dachte ich mir, hier leben zu können.
Schnell einen guten Muntermacher-Kaffee bei Tchibo. Darf es auch noch etwas Süßes sein, fragte die nette Verkäuferin. Ach, lieber nicht…. Leipziger sind interessiert und kommunikativ – beim Eis essen in der Schokoladenmanufaktur eine unverbindliche freundliche Unterhaltung mit einer gutaussehenden blonden jungen Dame. Schade dachte ich, dass sie nicht meine Agentur- Kollegin ist. Ja, solche Wünsche hab ich hin und wieder….
Noch etwas bummeln, dachte ich mir, es ist so herrlich mild und angenehm.
Auf dem Weg zum Parkplatz kam ich zur Oper und wunderte mich dort über die vielen aufwendig gekleideten Damen und Herren. Ach, ich hatte nicht an den Opern-Ball gedacht. ich staunte über die herrlichen Roben und die  frack-gewandeten Herren. Meist schwarze Limousinen, mit den verschiedensten Kennzeichen fuhren in kurzer Folge vor. Nebenher registrierte ich die benzin-verpestete Luft. Die vielen Ordnungskräfte hatten anscheinend nicht viel zu tun, alles lief ruhig ab. Wichtig schien wohl, gesehen zu werden… Auf einmal ein Rufen und Laufen: Eine junge Frau und ihr Begleiter klärten mich auf, das sei der angekündigte Patrick-Dempsey. Ich sah den knallbunten Porsche, der bei der Auffahrt zur Oper aufsetzte, begleitet von etlichen rennenden Uniformierten. Und sofort setzte auch das obligatorische Gekreische ein, Smartphone blinkten allenthalben. Mich interessierte das nicht sonderlich. Ich bewunderte die meist passenden wunderschönen und mitunter die jeweilige Dame nicht so gut kleidenden Roben, die den vornehmen, blitzblanken großen Wagen entstiegen und sich unten an der Treppe aufstellten. Offenbar war der Eingang noch nicht geöffnet worden. Dann schritten die Operball-Besucher hinauf. Ich drehte dem Ganzen den Rücken und ging weiter. Plötzlich kam eine junge Dame angeradelt, groß, schlank, im lachsfarbenen Ballkleid, die langen braunen Haare sorgfältig frisiert. Sie trug einen einfachen sportlichen Mantel über diesem herrlichen Kleid. Offenbar suchte sie einen „Parkplatz“ für ihr Fahrrad. Ich freute mich über dieses schöne Mädchen und ihre Art, zum Opernball zu kommen.
Es geht auch einfach, dachte ich mir.

Einen schönen Abend und einen ebensolchen Sonntag
wünsche ich Ihnen, lieber Besucher unserer Seite,

Ihre Anja von Cosi-Escort Leipzig